Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

„Ihr seid nicht schuld an dem, was passiert ist. Aber was jetzt passieren kann, dafür seid ihr verantwortlich. Endlich gehen die Leute auf die Straße. Für unsere wunderbare Demokratie.“
 
Eva Szepesi hat Auschwitz überlebt. Über ihre Erlebnisse in der Shoa konnte und wollte sie lange nicht sprechen. Darüber, wie sie von den Nazis gefangen genommen und deportiert wurde. Darüber, wie ihr Bruder Tamas und ihre Mutter Valeria ermordet wurden. Darüber, wie sie Vergasung und Todesmarsch entkommen konnte. Darüber, wie sie als Zwölfjährige von einem Soldaten der Roten Armee halbtot in einer Baracke in Auschwitz entdeckt wurde.
 
Erst ein halbes Jahrhundert nach ihrer Befreiung brach sie ihr Schweigen, als sie zum ersten Mal nach Auschwitz zurückkehrte.
Seitdem spricht Eva Szepesi. Vor Schulklassen, in Interviews, sie hat ein Buch geschrieben. Gemeinsam mit ihren Töchtern und Enkelkindern erinnert Eva Szepesi unermüdlich daran, dass es in der Verantwortung der nachfolgenden Generationen liegt, dass die Opfer der Shoa niemals in Vergessenheit geraten.
 
Ihren Appell gegen das Vergessen richtete die 91-jährige am 31. Januar 2024 an den Deutschen Bundestag. Ihre Worte hallen nach. Sie hören zu dürfen ist ein Privileg.
Doch Eva Szepesis geht es nicht nur um die Erinnerung an die Opfer, es geht ihr um die Mahnung: „Die Shoah begann nicht mit Auschwitz. Sie begann mit Worten. Sie begann mit dem Schweigen und dem Wegschauen der Gesellschaft.“
 
Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau vor 78 Jahren und all derer, die in der Shoa von den Nationalsozialisten systematisch entmenschlicht und ermordet wurden.

Nie wieder ist jetzt und wir haben aktuell leider alarmierende Anlässe, unsere Aufmerksamkeit zu erhöhen und faschistische Tendenzen zurückzudrängen. Unsere Demokratie müssen wir aktiv verteidigen, das hat uns die Shoa gelehrt.